Das Europäische Parlament hat am 9. Juli 2026 mit 416 zu 169 Stimmen sein Verhandlungsmandat zur Verordnung über den digitalen Euro angenommen. Damit können die Verhandlungen mit dem Rat der Mitgliedstaaten beginnen, der seine Position bereits am 19. Dezember 2025 festgelegt hatte.
Was die Parlamentsposition vorsieht
- Annahmepflicht für Betriebe mit digitalen Zahlungen. Wer heute Karten oder Apps annimmt, soll künftig auch den digitalen Euro annehmen müssen.
- Ausnahmen für Selbstständige sowie kleine und Kleinstbetriebe, die keine digitalen Zahlungen annehmen.
- Preisobergrenzen für die Entgelte, die Händler an Zahlungsdienstleister zahlen.
Zeitplan
Rat, Parlament und Kommission streben eine Einigung bis Ende 2026 an. Die Europäische Zentralbank plant einen Pilotbetrieb ab dem zweiten Halbjahr 2027. Ein Start des digitalen Euro wäre nach heutigem Stand frühestens 2029 möglich.
Einordnung
Die EU zwingt niemanden, digital zu werden. Sie sagt: Wer digital ist, soll auch den digitalen Euro annehmen. Ein Zwang zur Digitalisierung käme, falls er kommt, aus dem nationalen Vorhaben der Bundesregierung. Für Betriebe, die jetzt ein Terminal anschaffen, heißt das: Das Gerät sollte den digitalen Euro später per Software-Update annehmen können.